Jeder kennt Tablettenröhren mit ihren speziellen Verschlüssen und Glukose-Teststreifen für Diabetiker. Diese Produkte und andere innovative Kunststoffverpackungen für Pharmazie sowie Medizintechnik entwickelt und fertigt die Firma Sanner in der Schillerstraße in Auerbach. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei Trockenmittelverschlüssen.
"Die Entwicklung des mittelständischen Betriebs ist beeindruckend. Ein Beispiel für ein international tätiges Unternehmen, das in unserer Stadt zu Hause ist und sich durch Investitionen zum Standort bekennt. Mit besten Rahmenbedingungen wollen wir die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen weiterhin unterstützen", sagte Fraktionsvorsitzender Markus Woißyk.
Begonnen hat die Geschichte der Firma Sanner vor über hundert Jahren in der Bachgasse. Die Korkschneiderei belieferte damals die Winzer. Als der Platzbedarf größer wurde, siedelte man an die Bahnstrecke um. Heute werden mit modernsten Methoden der Spritzgießtechnik vielfältige Kunststoffprodukte gefertigt. Die Zukunft liegt in bedienerfreundlichen Verpackungen, die attraktiv aussehen und zum Beispiel mit einer Hand bedient werden können.
Auch in China betreibt der Verschlussspezialist erfolgreich ein eigenes Werk, wie die Geschwister Ute Sanner-Friedrich und Jürgen Sanner – als vierte Generation im Familienunternehmen – den Mitgliedern der CDU-Fraktion erläuterten. Damit hat sich der Produzent in einem Wachstumsmarkt etabliert. Von weltweit 450 Mitarbeitern sind 220 am Hauptsitz in Auerbach beschäftigt.
Wert legt die Firma auf Ausbildung und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Sie unterstützt ihre Angestellten, Beruf und Familie zu vereinbaren. So gibt es auch die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Der Wiedereinstieg von Müttern in den Beruf wird individuell gefördert.
Angesichts des hohen Energiebedarfs und steigender Preise soll der Betrieb künftig zu einem großen Teil mit selbst erzeugtem Strom versorgt werden, hierbei kommt auch die Abwärme zum Einsatz. Ein Erneuerungs- und Erweiterungsplan sieht einen effizienten Energieeinsatz und eine Verbesserung der betrieblichen Logistik vor. Die Umsetzung erfolgt in Kürze.
Die Zufahrt zum Firmengelände ist allerdings zunehmend schwieriger, da die Lastwagen der Transportunternehmen größer werden. Stadtrat Hans Seibert will deshalb im Magistrat die Markierung der Kreuzung von Schillerstraße und Brückweg ansprechen. Die Haltelinie wurde hier bereits zurückgesetzt, dies reiche aber nicht mehr aus. Mit der Andienung über die Eisenbahnbrücke werden Fahrten durch Wohngebiete vermieden.